Kurz gesagt
Die Prager Petřín-Standseilbahn soll am Dienstag, 22. September 2026, um 7:00 Uhr wieder mit Fahrgästen starten — fast genau zwei Jahre nach der Stilllegung der bisherigen Anlage. Geplant ist ein täglicher Betrieb bis 22:15 Uhr im 10-Minuten-Takt. Dazu kommen neue Fahrzeuge der vierten Generation und ein neuer Sonderfahrpreis von 100 CZK beziehungsweise 90 CZK in der PID-Lítačka-App.
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Fahrgastbetrieb ab 7:00 Uhr am 22. September
Die Prager Verkehrsbetriebe DPP kündigen für Dienstag, den 22. September 2026, den Beginn des Probebetriebs mit Fahrgästen an. Die ersten Wagen sollen um 7:00 Uhr an den Stationen Újezd und Petřín abfahren. Anschließend ist täglich ein 10-Minuten-Takt bis 22:15 Uhr vorgesehen.
Die Formulierung ist einen kleinen Hinweis wert: DPP spricht offiziell von einem Probebetrieb mit Fahrgästen, während der Verkehrsverbund PID bereits den regulären Fahrplan ab dem 22. September veröffentlicht. Für Besucher bedeutet das praktisch: Die Bahn soll am Dienstag wieder fahren. Gerade in den ersten Betriebstagen ist es trotzdem sinnvoll, morgens kurz die aktuelle DPP- oder PID-Meldung zu prüfen.
Damit endet eine Unterbrechung, die im September 2024 begann. Starkregen beschädigte damals die Strecke und den Petřín-Hang. Da ohnehin eine grundlegende Modernisierung samt Fahrzeugtausch geplant war, wurde die alte Bahn nicht noch einmal in Betrieb genommen. Der letzte Betriebstag der dritten Fahrzeuggeneration war der 13. September 2024.
100 CZK für die Einzelfahrt — Tageskarten und Zeitkarten können die Bahn abdecken
Die Standseilbahn bleibt Teil des Prager Verkehrsverbunds PID, aber nicht jeder normale PID-Fahrschein gilt. Für eine einzelne Fahrt gilt zur Wiedereröffnung ein besonderer, nicht übertragbarer Tarif von 100 CZK; in der PID-Lítačka-App kostet das Ticket 90 CZK.
Wer bereits eine Prager 24- oder 72-Stunden-Karte, eine längerfristige Prager Zeitkarte, einen Prague Visitor Pass oder einen Anspruch auf kostenlose Beförderung besitzt, kann laut PID ohne zusätzlichen Einzelfahrschein fahren. Die üblichen 30- und 90-Minuten-Tickets sind dagegen nicht als eigenständiger Fahrschein für die Petřín-Bahn vorgesehen.
Das ist vor allem deshalb wichtig, weil sich die Fahrt optisch wie ein normaler Teil des öffentlichen Nahverkehrs anfühlt, tariflich aber eine Sonderregel hat. Wer nicht sicher ist, sollte unmittelbar vor der Fahrt die aktuelle PID-Tarifseite prüfen.
Nebozízek wird nur noch bergauf bedient
Die auffälligste betriebliche Änderung betrifft die Mittelstation Nebozízek. Künftig halten die Wagen dort auf der Fahrt bergauf von Újezd nach Petřín, nicht aber auf der Talfahrt.
Wer von Nebozízek hinunter nach Újezd möchte, soll laut PID zunächst bergauf bis Petřín fahren und anschließend wieder talwärts nach Újezd. Dafür reicht ein einzelner nicht übertragbarer Standseilbahn-Fahrschein. Durch den entfallenden Halt auf der Talfahrt soll der Umlauf beschleunigt und die Beförderungsleistung verbessert werden.
Für die häufigste Fahrt von Újezd nach oben bleibt es einfach: Man kann in Nebozízek aussteigen oder bis zur Endstation Petřín weiterfahren.
Neue Fahrzeuge, komplett erneuerte Strecke und größere Fensterflächen
Zurück kommt nicht einfach die alte Bahn. Die Strecke wurde grundlegend erneuert, technische Anlagen wurden ersetzt und zwei neue Fahrzeuge der vierten Generation übernehmen den Betrieb.
Das Design stammt vom tschechischen Studio Anna Marešová designers, gefertigt wurden die Wagen von der Doppelmayr/Garaventa-Gruppe. DPP hebt vor allem die größeren Glasflächen hervor, die während der Fahrt bessere Ausblicke auf Prag ermöglichen sollen. Beim Kreuzen auf der Strecke gibt es zudem ein verspieltes Detail: Ein Wagen „zwinkert“, während der andere seine Innenbeleuchtung verändert — eine Anspielung auf Petřín als klassischen Treffpunkt für Verabredungen.
Die Strecke ist 509 Meter lang, überwindet gut 126 Höhenmeter und hat drei Stationen: Újezd, Nebozízek und Petřín. DPP gibt für die eigentliche Fahrt rund 3,2 Minuten an. Der große praktische Gewinn liegt weniger in der Zeit als im Höhenunterschied, den man nicht mehr zu Fuß bewältigen muss.
So kommt man zur Talstation Újezd
Die Talstation liegt in Újezd auf der Malá-Strana-Seite der Moldau. PID nennt derzeit die Straßenbahnlinien 9, 12, 15, 20, 22 und 23 als Verbindungen zur Haltestelle Újezd. Da sich Straßenbahnführungen in Prag wegen Bauarbeiten oder Veranstaltungen ändern können, sollte man am Reisetag die Live-Verbindung prüfen.
Oben schafft die Bahn wieder einen direkten Zugang zu den Petřín-Gärten, dem Aussichtsturm, dem Spiegellabyrinth und den Wegen Richtung Strahov. Die Mittelstation Nebozízek eignet sich für Gärten und Aussichtspunkte am Hang.
Barrierefreiheit: bessere Fahrzeuge, aber noch keine vollständig stufenfreien Stationen
Nach Angaben von PID sind die neuen Wagen besser auf Kinderwagen und Fahrräder ausgelegt. Die Stationen sind zur Wiedereröffnung jedoch noch nicht vollständig rollstuhlgerecht. Weitere Maßnahmen zur Barrierefreiheit sind später vorgesehen; PID nennt derzeit Bauarbeiten in den Jahren 2029 bis 2030 nach Planung und Grundstücksfragen.
Wer zwingend stufenfreien Zugang braucht, sollte daher nicht davon ausgehen, dass die Wiedereröffnung die gesamte Strecke bereits barrierefrei macht. Vor der Fahrt empfiehlt sich ein Blick auf die aktuelle PID-Barrierefreiheitsinformation.
Was das für einen Prag-Aufenthalt in dieser Woche bedeutet
Bis Dienstagmorgen bleibt die Standseilbahn geschlossen. Ab 7:00 Uhr am 22. September soll sie wieder eine praktische Verbindung auf den Petřín bieten. Für die ersten Tage ist etwas Flexibilität sinnvoll: Nach einer zweijährigen Pause ist eine aktuelle Betriebsprüfung hilfreicher als ein alter Screenshot.
Wer die Warteschlange vermeiden möchte und gut zu Fuß ist, kann den Petřín weiterhin direkt von Újezd hinaufgehen. Eine weniger steile Alternative führt mit den Straßenbahnlinien 22 oder 23 Richtung Pohořelec und anschließend zu Fuß über den oberen Petřín-/Strahov-Bereich.
Offizielle Quellen
Grundlage dieses Artikels sind die aktuellen Informationen der Prager Verkehrsbetriebe DPP, die PID-Meldung zur Wiedereröffnung und die aktuelle PID-Seite zur Petřín-Standseilbahn. Bei späteren Änderungen hat die jeweils neueste offizielle Betriebsinformation Vorrang.